/ Administration

Container statt Cartridges

Während der letzten zwei oder drei Jahre habe ich alle meine Server beziehungsweise deren Applikationen innerhalb einer Openshift-Origin Installation betrieben.
Von Anfang an war ich von meiner eigenen "Cloud" begeistert, die mir einen Komfort bot, den ich davor nur von Heroku und anderen PaaS-Dienstleistern gekannt habe: Programmiersprache oder Framework der Applikation auswählen, URL und Namen vergeben, git push auf das Applikations Repository und schon läuft die Webapplikation. Mittels Mausklick konnte man dann noch Datenbank, Caching, Cron und andere Tools zur Applikation dazu schalten.. Leider war die Administration der eigentlichen Server oft ein "pain in the ass", da Red Hat das System vorwiegend für ihre Enterprise Kunden entwickelt hat und die Open Source meiner Meinung nach etwas Stiefmütterlich behandelt wurde.

Hatte man Probleme mit dem System, war die Resonanz auf Stackoverflow.com und anderen einschlägigen Seiten meist verhalten und man musste sich irgendwie selbst mittels Trial&Error weiterhelfen.
Fehler in der Distribution der Software, wie zum Beispiel fehlende Abhängigkeiten mancher Softwarepakete, die nur über die für Redhat Enterprise Kunden verfügbaren Repositories erhältlich waren (zum Beispiel eine aktuelle PHP/Node Version, die man auch benutzen konnte) waren nur durch komplett manuelle Installation der jeweiligen Pakete zu beheben. Damit wurde auch das Patchen von Sicherheitsupdates erschwert, da man sich nicht auf automatische Updates verlassen konnte.
Ursprünglich habe ich habe die Plattform gewählt um Zeit zu sparen. Hätte ich bei jedem Fehler selbst Hand angelegt, wäre der Zeitvorteil gegenüber einer "konventionellen" Installation nicht mehr gegeben gewesen.

Deshalb habe ich den Entschluss gefasst, zuerst einmal auf einen stärkeren Server umzuziehen - die RAM Probleme waren sehr nervig in letzter Zeit - und dann die Openshift Cloud durch Linux-Container zu ersetzen.

Zur Zeit experimentiere ich in verschiedenen VMs mit Kubernetes (und auch der neuen Openshift Version, die auf Kubernetes aufsetzt), plain Docker und Docker Swarm, um die Lösung mit dem einfachsten und schnellsten Arbeitsablauf für mich zu finden. Um mit Containern richtig warm zu werden, habe ich auch meine Bachelorarbeit und die letzten Projekte mit Hilfe von Docker entwickelt.

Ich weiß, es gibt viele Kontroversen rund um Docker, dennoch finde ich das Konzept die logische Fortsetzung der Openshift Cartridges und bis jetzt habe keine groben Hindernisse gefunden und fast all meine Anforderungen wurden erfüllt.

Sobald die Zeit reif ist werde ich über Installation und Migration berichten.

Stay tuned!